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Meditation

Das lateinische Wort "meditatio" bedeutet "nachdenken, nachsinnen, überlegen".
Die wiederholte und methodische Konzentration kann zur bloßen Beruhigung des Geistes dienen oder aber ein wertvolles Werkzeug sein,
um persönlichen Problemen objektiv zu begegnen und konstruktive Betrachtungsweisen zu entwickeln.

Die bildgebenden Verfahren der Neurowissenschaften haben mittlerweile gut belegen können, wie Meditation die zelluläre Struktur und das
Kommunikationsmuster unseres Hirnorgans positiv beeinflusst. Während des Übens wird der Herzschlag verlangsamt, die Atmung vertieft
und die Muskelspannung reduziert. Meditieren beruhigt also nicht nur die Psyche sondern auch den Körper.
Sie ist ein effektives und Mittel gegen Stress und seine somatischen Folgen.

Wie unser physisches Training, verlangt uns diese geistige Kräftigung ebenfalls ein gewisses Maß an Disziplin und Ausdauer ab.
Wer nur ein mal pro Woche Gymnastik macht, verspürt unter Umständen keine nennenswerte Verbesserung seiner Form, analog verhält es sich
mit der Entwicklung der geistigen Leistungsfähigkeit. Viele meiner Sportler im Kraftraum berichten mir, bei ihrem letzten Wanderurlaub
plötzlich ohne die gewohnten Schmerzen in Rücken, Hüfte oder Knie über die Berge gekommen zu sein. So verhält es sich auch mit dem Meditieren.
Ich kann bestätigen, dass es einige Wochen oder sogar Monate der Praxis braucht, um dauerhafte Veränderungen in unserem Verhalten zu bemerken.
Ehemals schwierige Situation erlebt man dann mit einer unerwarteten Gelassenheit und erst hinterher fällt einem auf, dass man plötzlich ganz ohne
die gewohnten Ausmaße von Furcht, Zorn oder Angst reagieren konnte.

Man darf nicht erwarten, dass der Geist leer wird und das Denken plötzlich aufhört.
Man kann den Geist nicht zum Stillstand bringen. Ziel der Übung ist eine entspannte Achtsamkeit zuerst auf äußere Objekte wie Bilder, Geräusche oder auch Körperwahnehmungen. Die nächste Stufe beschäftigt sich mit der Analyse unserer Emotionen und Gedanken und stellt eine
Technik für Fortgeschrittenen dar. Heute soll es aber nur um eine einfache Beruhigung gehen, somit Nutzen wir in den Anfängerübungen
unsere körperlichen Sinne.

Man sollte am besten täglich meditieren.
Kurze, aber häufige Übungen sind optimal. 5 Minuten pro Sitzung sind für Einsteiger ein gutes Maß.


Ich möchte Euch ein paar einfache Techniken vorstellen, die ihr sofort ausprobieren könnt.


Vor jeder Übung solltet Ihr eine bequeme Körperhaltung einnehmen. Sitzend oder liegend ist am Anfang egal.
Trotzdem ist es zu empfehlen, das Meditieren irgendwann formal werden zu lassen, im Sinne von aufrecht sitzend. Das fördert die
Konzentration und vermeidet, dass man evtl. eindöst oder in einen diffusen "Betäubungszustand" abdriftet.

Die meisten Menschen meditieren wahrscheinlich im Lotus- oder Schneidersitz auf einem Kissen am Boden.
Ich z.B. habe Hüftarthrose und sitze auf einem Bürostuhl, da mir die anderen Methoden Schmerzen beriten. Alles ist erlaubt, Hauptsache, Ihr seid entspannt
und könnt Euch konzentrieren. Hier sei angemerkt, dass auch das aufrechte sitzen geübt werden muss, da wir westlichen Menschen
im Normalfall eine etwas krumme Haltung mitbringen. Dies ist ein weiterer positiver Effekt des Meditierens: Man wird sensibel für eine gute Sitzposition.

Man kann mit offenen oder geschlossenen Augen meditieren. Für Anfänger ist es leichter die tiefe Konzentration aufzubauen wenn die Augen geschlossen sind.
Ist man etwas weiter fortgeschritten, sollte man versuchen, die Augen halbgeöffnet zu lassen und den Blick leicht nach unten zu führen. Das Meditieren mit geöffneten Augen fördert
die innere Wahrnehmung und verhindert den oben beschriebenen Schlummerzustand.





1. Atem zählen: Man zählt die Atemzüge. Hier gibt es verschiedene Varianten:
  •         "Einatmen-Ausatmen 1, Einatmen-Ausatmen 2, Einatmen-Ausatmen 3..."
  •         "Einatmen 1, Ausatmen 2, Einatmen 3, Ausatmen 4..."
  •         "Einatmen 1, Ausatmen 1, Einatmen 2, Ausatmen 2, Einatmen 3, Ausatmen 3..."

                        Man zählt bis 10 und fängt wieder von vorne an oder man zählt bis 10 und wieder runter bis 1. Es gibt keine festen Regeln.
                    







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